Willkommen
Historie
Kirche
Bergbau
Finsterberg
Sehenswertes
Veranstaltungen
Internet-Links
Kontakt

Fremdenverkehrs-amt/-Verein
Suhler Strasse 4
98711 Schmiedefeld
Tel.: 036782 / 61324 Fax :036782 / 61705

Bergbau in Schmiedefeld

An der Verbindungsstraße von Suhl nach Schmiedefeld biegt kurz vor Schmiedefeld rechts ein Weg ins Vessertal. Gehen wir auf diesem Weg 150 m weiter kommen wir zur Gaststätte „Schwarzer Crux“. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Grubengelände des „Schwarzen Crux“.

Das Fachwerkgebäude war einst das Zechenhaus, unmittelbar hinter dem Zechengebäude ist das Einstiegsloch zur Grube. Das Stollenmundloch- der Zugang zum „Schwarzen Crux“ - liegt im Forstdistrikt 128.An diesem Punkt befinden wir uns 700 m ü. NN. Der Bergbau wurde im Thüringer Wald schon im ersten Jahrtausend betrieben. Im Hennebergischen wird um 900 Vesser, wo Eisen geschmolzen bzw.. geschmiedet wird, zum ersten Mal genannt; und um 1406 der Hammer zu Vesser. Die erzreichen Stätten auf dem „Schmiedefeld“ im oberen Vesser- und Nahetal waren im 13./14. Jahrhundert genauso begehrt wie Schürfrechte an der Ilm und bei Elgersburg. Mancher Bauer zog es vor, nach Erzschätzen zu schürfen, als mühselig seine Felder mit Hirse und Gerste zu bebauen. Das in den Eisengruben am Eisenberg, zwischen Schmiedefeld und Vesser gelegen, - geförderte Eisenerz wurde in Hammer zu Vesser verarbeitet. Die Hammer- und Pochwerke wurden zum Teil durch Handbetrieb betätigt, die größeren durch einfache grobe Wasserräder angetrieben. Die Eisenerzgruben bezeichnete man später als Cruxgruben. In den Gruben wurden folgende Eisenerze abgebaut. Im roten Crux, einen derben, roten Eisenstein welcher viel und gut schmelzbares Eisen gab; im schwarzen Crux, genannt nach dem schwarzen Eisenstein; im Feuer ging er so streng ,dass er kaum abzustreichen war; darum wurde er mit anderem Eisenerzen verschmolzen; im gelben oder weißen Crux, gab es viel silber und kupferhaltigen Kies und deshalb ergab es ein schlechtes Eisen. Seine große Blüte hatte der Bergbau im 16.Jahrhundert. In der Zeit , da Suhl als Waffenschmiede Deutschlands in vollster Blüte stand, war der Crux zwischen 1600 und 1630 außerordentlich geschätzt, weil es nach dem Bericht des damals dort lebenden Bergmeisters Hans Seifert gut zu schweißen, zu bohren und zu feilen war. Die Suhler schmiedeten daraus Pistolenrohre, verarbeiteten es zu Gewehrschlössern und zu Harnischen. Von einer Art Cruxeisen ließen sich Bleche zu Harnischen herstellen, die dünn waren und doch einen Büchsenschuss aushielten. Der Bedarf der heimischen Industrie an Rüstungen, Waffen und Blechen zur Anfertigung von Feuerwaffen stieg sprunghaft an. Der dreißigjährige Krieg brachte nicht nur Hunger und Elend für die Bewohner um Schmiedefeld, sondern brachte auch den Bergbau am Crux zum erliegen. Erst im letzten Kriegsjahr 1647 begann man in den Gruben am Crux wieder Eisenerz abzubauen. Eine Gewerkschaft der Eisensteinzechen bildete sich von 1744- 1745 bei Schmiedefeld - ,von ihr wurde auch ein Hochofen erbaut. Während um 1750 die Gruben zum Erliegen gekommen waren, blieb als einzig gangbare Privatgrube die des roten Crux, welche den Eisenstein förderte und dem Suhler Hochofen lieferte. Als Namen der Gruben werden erwähnt: der obere ,der untere rote Crux, Gloria, Glückauf und Elisabeth am roten Crux; der schwarze Crux, Morgenstern am schwarzen Crux, und „Gott segne beständig“ am Eisenberg; der gelbe Crux, „der Eiserne Mann“ und „Himmelfahrt“ bei Vesser. Um 1780 wurden die Erze der Gloria-Grube nach dem Urteil des Suhler Gewehrhändler Anschütz zu einem sehr gerühmten Stahl verarbeitet Besonders die Hütte in Suhl- Heinrichs schätzte ihn. 1830 ließen die Bergleute das im schwarzen Crux geförderte Eisenerz in dem Altwerk und Stahlhammer zu Neuwerk bei Schmiedefeld aufbereiten und lieferten es an die Hammerbesitzer nach Vesser und Suhl. Von dem „Henneberger Glashüttenverein“, der sich 1858 zu einer Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb „Hennebergia“ zu Suhl erweiterte, wurden am schwarzen Crux im Mathilden- und Karolinenschacht besonders Magneteisenstein gefördert; im Jahre 1858 allein 3052 Tonnen. Fehlgriffe und unglückliche Organisationen sowie die Konkurrenz der westfälischen und rheinischen Eisenindustrie brachten den Bergbau am Crux 1863 zum erliegen. Währen des ersten Weltkrieges 1914 bis 1918 wurde die Arbeit an den Cruxgruben wieder aufgenommen Der Bergabbau am Crux wurde endgültig 1924 eingestellt. Viele Versuche gab es noch, das Eisenerz in den Gruben am Crux wirtschaftlich wieder zu nutzen. Der dazu notwendige Aufwand war jedoch zu hoch. Selbst die Errichtung eines Schaubergwerkes in den 60 er Jahren schlug fehl. Nach 1960 wurden durch die Bergsicherung Suhl die Schachtanlagen gesichert und verschlossen. Seit 1997 wird durch den Ort Vesser und Schmiedefeld ein Bergbauwanderweg angelegt.

Seitenanfang