|
|
Bergbau
in Schmiedefeld
An der Verbindungsstraße von Suhl nach Schmiedefeld biegt kurz
vor Schmiedefeld rechts ein Weg ins Vessertal. Gehen wir auf diesem
Weg 150 m weiter kommen wir zur Gaststätte Schwarzer Crux.
Hierbei handelt es sich um das ehemalige Grubengelände des Schwarzen
Crux.
Das Fachwerkgebäude war einst das Zechenhaus, unmittelbar hinter
dem Zechengebäude ist das Einstiegsloch zur Grube. Das Stollenmundloch-
der Zugang zum Schwarzen Crux - liegt im Forstdistrikt
128.An diesem Punkt befinden wir uns 700 m ü. NN. Der Bergbau
wurde im Thüringer Wald schon im ersten Jahrtausend betrieben.
Im Hennebergischen wird um 900 Vesser, wo Eisen geschmolzen bzw..
geschmiedet wird, zum ersten Mal genannt; und um 1406 der Hammer zu
Vesser. Die erzreichen Stätten auf dem Schmiedefeld
im oberen Vesser- und Nahetal waren im 13./14. Jahrhundert genauso
begehrt wie Schürfrechte an der Ilm und bei Elgersburg. Mancher
Bauer zog es vor, nach Erzschätzen zu schürfen, als mühselig
seine Felder mit Hirse und Gerste zu bebauen. Das in den Eisengruben
am Eisenberg, zwischen Schmiedefeld und Vesser gelegen, - geförderte
Eisenerz wurde in Hammer zu Vesser verarbeitet. Die Hammer- und Pochwerke
wurden zum Teil durch Handbetrieb betätigt, die größeren
durch einfache grobe Wasserräder angetrieben. Die Eisenerzgruben
bezeichnete man später als Cruxgruben. In den Gruben wurden folgende
Eisenerze abgebaut. Im roten Crux, einen derben, roten Eisenstein
welcher viel und gut schmelzbares Eisen gab; im schwarzen Crux, genannt
nach dem schwarzen Eisenstein; im Feuer ging er so streng ,dass er
kaum abzustreichen war; darum wurde er mit anderem Eisenerzen verschmolzen;
im gelben oder weißen Crux, gab es viel silber und kupferhaltigen
Kies und deshalb ergab es ein schlechtes Eisen. Seine große
Blüte hatte der Bergbau im 16.Jahrhundert. In der Zeit , da Suhl
als Waffenschmiede Deutschlands in vollster Blüte stand, war
der Crux zwischen 1600 und 1630 außerordentlich geschätzt,
weil es nach dem Bericht des damals dort lebenden Bergmeisters Hans
Seifert gut zu schweißen, zu bohren und zu feilen war. Die Suhler
schmiedeten daraus Pistolenrohre, verarbeiteten es zu Gewehrschlössern
und zu Harnischen. Von einer Art Cruxeisen ließen sich Bleche
zu Harnischen herstellen, die dünn waren und doch einen Büchsenschuss
aushielten. Der Bedarf der heimischen Industrie an Rüstungen,
Waffen und Blechen zur Anfertigung von Feuerwaffen stieg sprunghaft
an. Der dreißigjährige Krieg brachte nicht nur Hunger und
Elend für die Bewohner um Schmiedefeld, sondern brachte auch
den Bergbau am Crux zum erliegen. Erst im letzten Kriegsjahr 1647
begann man in den Gruben am Crux wieder Eisenerz abzubauen. Eine Gewerkschaft
der Eisensteinzechen bildete sich von 1744- 1745 bei Schmiedefeld
- ,von ihr wurde auch ein Hochofen erbaut. Während um 1750 die
Gruben zum Erliegen gekommen waren, blieb als einzig gangbare Privatgrube
die des roten Crux, welche den Eisenstein förderte und dem Suhler
Hochofen lieferte. Als Namen der Gruben werden erwähnt: der obere
,der untere rote Crux, Gloria, Glückauf und Elisabeth am roten
Crux; der schwarze Crux, Morgenstern am schwarzen Crux, und Gott
segne beständig am Eisenberg; der gelbe Crux, der
Eiserne Mann und Himmelfahrt bei Vesser. Um 1780
wurden die Erze der Gloria-Grube nach dem Urteil des Suhler Gewehrhändler
Anschütz zu einem sehr gerühmten Stahl verarbeitet Besonders
die Hütte in Suhl- Heinrichs schätzte ihn. 1830 ließen
die Bergleute das im schwarzen Crux geförderte Eisenerz in dem
Altwerk und Stahlhammer zu Neuwerk bei Schmiedefeld aufbereiten und
lieferten es an die Hammerbesitzer nach Vesser und Suhl. Von dem Henneberger
Glashüttenverein, der sich 1858 zu einer Aktiengesellschaft
für Bergbau und Hüttenbetrieb Hennebergia zu
Suhl erweiterte, wurden am schwarzen Crux im Mathilden- und Karolinenschacht
besonders Magneteisenstein gefördert; im Jahre 1858 allein 3052
Tonnen. Fehlgriffe und unglückliche Organisationen sowie die
Konkurrenz der westfälischen und rheinischen Eisenindustrie brachten
den Bergbau am Crux 1863 zum erliegen. Währen des ersten Weltkrieges
1914 bis 1918 wurde die Arbeit an den Cruxgruben wieder aufgenommen
Der Bergabbau am Crux wurde endgültig 1924 eingestellt. Viele
Versuche gab es noch, das Eisenerz in den Gruben am Crux wirtschaftlich
wieder zu nutzen. Der dazu notwendige Aufwand war jedoch zu hoch.
Selbst die Errichtung eines Schaubergwerkes in den 60 er Jahren schlug
fehl. Nach 1960 wurden durch die Bergsicherung Suhl die Schachtanlagen
gesichert und verschlossen. Seit 1997 wird durch den Ort Vesser und
Schmiedefeld ein Bergbauwanderweg angelegt.
Seitenanfang
|